February 12, 2026

Interview mit Dr. med. Anna Maria Zimmer

Warum Ärzt:innen täglich wertvolle Zeit durch Dokumentation verlieren – und wie ClioAssist endlich echte Entlastung schafft.

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"Ich denke auf jeden Fall, dass die Patienten merken, dass man sich nicht verzettelt in seiner Anamnese, und dass die Patienten sich besser gehört fühlen, weil sie alle wichtigen Informationen los werden können."

"Aber letztendlich, gerade jetzt im Bereich Medizin, kann ich glaube ich wahrscheinlich für die meisten Ärzte sprechen, wir haben das studiert, um mit den Menschen zu arbeiten und zu helfen und nicht um an einem Schreibtisch zu sitzen und uns durch Papierberge zu wühlen. Und man sollte offen gegenüber den Sachen sein, die einem das Leben einfacher machen."

Interviewerin: Wie erleben Sie aktuell den Aufwand rund um Anamnese und medizinische Dokumentation im Praxisalltag und wie sehen Sie die größten Herausforderungen?

Dr. Zimmer: Also der Aufwand gestaltet sich im Prinzip immer schwieriger, würde ich sagen, im Vergleich zu den letzten Jahren, weil durch die Digitalisierung oder die noch nicht komplett stattgefundene Digitalisierung sich der Aufwand fast verdoppelt hat. Dadurch, dass man teilweise Sachen schon digital macht, andere Sachen noch schriftlich. In den Krankenhäusern und teilweise Praxen laufen mehrere Sachen parallel, sodass man handschriftlich Sachen notiert, die aber dann auch nochmal digital erfasst werden. Insofern würde ich sagen, dass der Aufwand eher mehr wird und die Problematik ist vor allem, diese Daten dann so zusammenzuführen, dass möglichst wenig Informationen verloren gehen.

Interviewerin: Wo entsteht Ihrer Erfahrung nach dann im Praxisalltag der größte organisatorische Aufwand?

Dr. Zimmer: Der bürokratische Aufwand ist der Hauptfaktor, der einfach viel Zeit in Anspruch nimmt, neben der Patientenarbeit. Zeit, die am Patienten im Prinzip verloren geht, durch die Dokumentation, teilweise eben durch Mehrfachdokumentation. Und ich würde sagen, dass da die meiste Zeit eben verloren geht, die man am Patienten sinnvoll einsetzen könnte. Plus durch das Mehrfachdokumentieren passieren Fehler und es gehen viele Daten, eventuell sehr wichtige Daten, eben auch verloren und Informationen.

Interviewerin: Was haben Sie dann fachlich überzeugt, sich intensiver mit so einer KI-geschützten Lösung wie ClioAssist zu beschäftigen?

Dr. Zimmer: Bei ClioAssist gefällt mir die einfache Handhabe. Primär würde ich sagen, dass man erstmal skeptisch eingestellt ist, Angst hat, was den Datenschutz angeht und auch die Handhabung. Ich würde einfach mal sagen, dass viele der Mediziner sich jetzt eben nicht mit den IT-spezifischen Sachen bezüglich KI auskennen. Und die einfache Handhabung, der gewährleistete Datenschutz und das einfache Zusammenführen von Informationen, das hat mich überzeugt. Die unterschiedlichen Anwendungsbereiche und eben auch die unterschiedlichen Funktionen, dass ich mehr Zeit habe, mich mit den Patienten zu unterhalten und parallel quasi die KI für mich mitschreibt im Prinzip, sodass ich mich auf den Patienten besser konzentrieren kann und trotzdem im Anschluss alle wichtigen Informationen zusammenfügen kann, so wie ich sie brauche und eben auch für die unterschiedlichen Bereiche, in denen ich sie brauche, ob das jetzt Gutachten sind oder Arztbriefe.

Interviewerin: Glauben Sie, dass eine KI-gestützte Anamnese strukturierter und konsistenter sein kann als eine rein manuelle Erfassung?

Dr. Zimmer: Das glaube ich definitiv. Erstens mal glaube ich fest daran, dass KI-gestützte Anamnese und eben ärztliche Dokumentation sowieso die Zukunft sind. Und ich glaube, dass es deutlich strukturierter abläuft. Man sieht es in Praxen und Kliniken. Es gehen Informationen verloren, Zettelwirtschaft. Unterschiedliche Zettel liegen überall rum. Man muss da ein System reinbringen. Das übernimmt die KI. Und also allgemein für mich im Vordergrund steht die gute Dokumentation und eben die Organisation. Also man sieht es, wenn man mehrere Gutachten hat von unterschiedlichen Jahren. Die werden dann in irgendwelchen Schubladen oder Ordnern gesammelt. Das habe ich dann alles auf einen Blick. Ich kann gucken, strukturiert schauen, wann wurde welche Diagnose gestellt, wann wurde welche Untersuchung gemacht. Und muss mich nicht durch die Zettelwirtschaft suchen, sondern lasse es die KI für mich machen.

Interviewerin: Sie sehen ja, wir haben diese sprechende KI, dass die erst mal mit Patienten so eine Prä-anamnese machen. Glauben Sie, das ist eigentlich auch besser als so eine manuelle Erfassung, dass Sie als Ärztin immer dieselbe Frage stellen müssen?

Dr. Zimmer: Auf jeden Fall spart es Zeit. Es spart Zeit, es hilft den Patienten. Ich würde behaupten, dass Wartezeiten in der Praxis verringert werden, auch dadurch, dass die Patienten schneller schon selber was machen müssen, dadurch, dass sie durch die KI gefragt werden. Der Arzt kommt in sein Büro, sieht schon mal auf einen Blick kurz, um was geht es, kann gezielter schon detailliertere Fragen stellen als die ganz allgemeine Anamnese. Und trotz dessen schaut man als Arzt ja trotzdem noch drüber, über das, was die KI geschrieben hat und fragt nochmal nach. Aber man kann natürlich an einem viel tieferen Punkt schon einsteigen und viel detaillierter fragen, wenn man die ganzen allgemeinen Fragen einfach schon aufgelistet hat, die sonst halt auch in einem Anamnese-Gespräch Zeit wegnehmen.

Interviewerin: Und wie schätzen Sie, wie viel Zeit könnten Ärztinnen und Ärzte ihrer Erfahrung nach durch diese automatisierte Anamnese und Dokumentation realistisch pro Tag einsparen?

Dr. Zimmer: Pro Patient?

Interviewerin: Pro Arzt zum Beispiel, oder ja, oder pro Patient.

Dr. Zimmer: Das hängt natürlich ein bisschen von der Fachrichtung ab und wie ausführlich die Anamnese sein muss, um welche Therapieform es jetzt geht oder um welches Krankheitsbild. Aber wenn man überlegt, dass die Patienten im Prinzip schon vorher Informationen abgeben, der Arzt nur detaillierter nachfragen muss, die Sachen direkt strukturiert geordnet sind, sodass der Arzt im Nachhinein auch bei der Nacharbeitung von der Patientenanamnese nicht mehr so viel sortieren und organisieren muss, kann ich mir schon vorstellen, dass man da pro Tag pro Patient zehn Minuten spart, würde ich jetzt schätzen, ungefähr.

Interviewerin: Und wie viele Patienten sehen Sie am Tag, also so durchschnittlich?

Dr. Zimmer: Also durchschnittlich in der Kinderarztpraxis würde ich sagen, sehen wir so 30 bis 35 Patienten am Tag.

Interviewerin: Okay, das ist schon sehr viel Zeit, also fünf Stunden, meinen Sie?

Dr. Zimmer: Ja, also wie gesagt, es hängt ein bisschen davon ab, in welchem Fachbereich man arbeitet und wie viel Dokumentation nötig ist, um weitere Therapieschritte einzuleiten, wenn es jetzt um Gutachten geht oder irgendwelche Therapievorschläge, Briefe an die Krankenkasse, Rehaanträge und so weiter. Das sind die Sachen, die im Prinzip aufhalten, die man auch nicht im alltäglichen Arbeitsalltag quasi parallel machen kann, sondern das fällt dann manchmal in den Feierabend, beziehungsweise das wird halt danach noch gemacht. Das macht man nicht parallel, dass man eine Anamnese erhebt und schon parallel den Rehaantrag schreibt, sondern das passiert dann halt in der Regel eben noch zusätzlich. Und diese Zeit kann man, glaube ich, mit ClioAssist deutlich reduzieren.

Interviewerin: Wie wirkt sich aus Ihrer Sicht die gewonnene Zeit auf die Behandlungsqualität und die Patientenzufriedenheit aus?

Dr. Zimmer: Ich denke auf jeden Fall, dass die Patienten merken, dass man sich nicht verzettelt in seiner Anamnese, und dass die Patienten sich besser gehört fühlen, weil sie eben auch alle wichtigen Informationen los werden können. Ich glaube, jeder kennt das, dass er, wenn er in eine Praxis kommt und es geht alles schnell schnell, man geht später raus und denkt sich, die Hälfte der Informationen bin ich gar nicht losgeworden. Heißt natürlich auch im Umkehrschluss, die Hälfte der Informationen hat der Arzt noch nicht bekommen. Deswegen glaube ich definitiv, dass die Patienten sich gut aufgehoben fühlen. Und wenn der Arzt natürlich schon in Gespräch einsteigt und der Patient schon merkt, okay, der weiß, um was es geht. Der kennt meine Unterlagen, der hat meine Diagnosen auf einen Blick, der weiß, in welchem Jahr wurde welche Diagnose gestellt. Dann fühlt sich der Patient mit Sicherheit automatisch besser verstanden und auch gut aufgehoben, als wenn das in so einer Hauruckaktion in fünf Minuten der Arzt irgendwie versucht, das Wichtigste rauszukriegen und hat aber im Prinzip keine Zeit und ist mit Gedanken schon beim nächsten Patienten und der aktuelle Patient hat das Gefühl, ihm hört niemand wirklich zu.

Interviewerin: Welche strukturellen Anpassungen sind Ihre Ansicht nach notwendig, damit Arztpraxen und Privatkliniken langfristig leistungsfähig bleiben?

Dr. Zimmer: Also die Patienten werden nicht weniger. Das bedeutet, der Aufwand wird im Prinzip mehr. Aber irgendwann muss man halt auch sagen, kommt ein Punkt, da geht einfach nicht mehr, einfach von der Zeit her, vom Aufwand. Und im Prinzip, das ist das, was ich jetzt wiederum, was für ClioAssist sprich, dass es gar nicht wirklich einen Riesenaufwand in der Praxis bedarf, um dieses Programm zu installieren. Klar, es braucht natürlich, sagen wir mal, noch vielleicht einen Raum, wo das Anamnesegespräch stattfinden kann. Und natürlich muss der Datenschutz gewährleistet sein. Ansonsten, glaube ich, ist es einfach wichtig, Arbeitsschritte zu minimieren, gerade die ganzen administrativen Arbeitsschritte und die vor allem zu optimieren, dass nicht Arbeit doppelt gemacht wird und wichtige Informationen verloren gehen. Also es ist mehr ein Organisationsproblem, sage ich mal, als ein strukturelles Problem. So würde ich sagen, ja.

Interviewerin: Vielen Dank. Also Sie sind ja Kinderärztin, aber Sie kennen bestimmt auch viele andere Kollegen aus anderen Fachrichtungen. Was denken Sie, für welche Fachrichtungen oder Praxistypen sehen Sie jetzt dann großes Nutzen einer solchen Lösung wie ClioAssist?

Dr. Zimmer: Also ich sehe das vor allem in Praxen, die mit komplexen Krankheitsbildern arbeiten, Onkologie oder auch Radiologie, die mit komplexeren Krankheitsbildern arbeiten, die eben auch einem deutlicheren Mehraufwand bedarfen, was beispielsweise Anträge oder Arztbriefe, lange Arztbriefe, weil eben schwer kranke Patienten, also in diesen Arztpraxen sehe ich da definitiven Bedarf, einfach die Strukturen zu vereinfachen und auch dem Arzt eben die Zeit zu geben, wieder mehr am Patienten zu arbeiten und weniger am Schreibtisch.

Interviewerin: Vielen Dank. Also letzte Frage, was würden Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen sagen, die dem Ansatz von KI im medizinischen Alltag noch sehr skeptisch gegenüberstehen?

Dr. Zimmer:Ich würde ihnen sagen, dass sie offen sein müssen für neue, ja, für Innovationen, gerade im Bereich KI. Man sieht es in allen anderen Bereichen im Leben auch, dass es wird so oder so mit KI gearbeitet. Da kann man jetzt, dass die Menschen Angst davor haben, vor allem neuen oder erst mal skeptisch sind, ist normal und ist auch gut so, dass man nicht alles neue direkt mit offenen Armen aufnimmt. Aber letztendlich, gerade jetzt im Bereich Medizin, kann ich glaube ich wahrscheinlich für die meisten Ärzte sprechen, wir haben das studiert, um mit den Menschen zu arbeiten und zu helfen und nicht um an einem Schreibtisch zu sitzen und uns durch Papierberge zu wühlen. Und man sollte offen gegenüber den Sachen sein, die einem das Leben einfacher machen. Und ich glaube, jeder, der auch in der Klinik arbeitet, ist dankbar, wenn er auch mal pünktlich zum Feierabend rauskommt oder nicht noch in den Feierabend hinein ewig am Schreibtisch sitzt und Papierkram macht, zu dem er halt tagsüber nicht gekommen ist.

Interviewerin: Vielen Dank für Ihre Antwort!

Dr. Zimmer: Gerne.

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