Wir freuen uns, im Better Marketplace gelistet zu sein, und gratulieren Better herzlich zum Launch des Marketplace.

Ärzt:innen arbeiten heute oft mit Systemen, die nicht miteinander sprechen.
Genau darin liegt eines der größten Probleme der digitalen Transformation im Gesundheitswesen: Nicht nur die Menge der Software wächst, sondern auch die Zahl der Schnittstellen, Medienbrüche und Datensilos. Informationen werden doppelt dokumentiert, an unterschiedlichen Stellen gespeichert oder gehen im Alltag zwischen KIS, PVS, Formularen, Dokumenten und einzelnen Fachanwendungen verloren. Gleichzeitig steigt der Dokumentationsaufwand – und damit der Druck auf medizinische Fachkräfte. Dieses Problem ist nicht nur ein Technologieproblem. Es ist vor allem ein Architekturproblem.
Vor diesem Hintergrund ist unsere Partnerschaft mit Better für uns bei ClioAssist ein wichtiger Schritt. Better verfolgt mit seiner Plattform einen offenen, vendor-neutralen Ansatz und setzt auf openEHR und FHIR als zentrale Standards. Damit entsteht die Grundlage für ein Gesundheitsökosystem, in dem Daten langfristig nutzbar bleiben, Anwendungen interoperabel zusammenarbeiten und Leistungserbringer mehr Freiheit bei der Wahl ihrer digitalen Werkzeuge haben. Genau diese Vision teilen wir.
Die Realität in vielen Gesundheitseinrichtungen ist geprägt von historisch gewachsenen IT-Landschaften. Ein Krankenhaus oder eine Praxis arbeitet selten nur mit einem einzigen System. Stattdessen gibt es ein Zusammenspiel aus Krankenhausinformationssystem, Praxisverwaltungssystem, Laboranbindung, Radiologie-Systemen, Kommunikationslösungen, Formularen, PDF-Dokumenten und spezialisierten Fachanwendungen. Was auf dem Papier nach Digitalisierung aussieht, führt im Alltag häufig zu zusätzlicher Komplexität.
Die Folgen sind spürbar: Daten müssen mehrfach eingegeben werden, Informationen liegen in unterschiedlichen Strukturen vor, und medizinisches Personal verbringt wertvolle Zeit damit, Inhalte zu suchen, zu übertragen oder manuell zusammenzuführen. Das kostet nicht nur Effizienz, sondern erhöht auch das Risiko von Informationsverlusten und Inkonsistenzen. Wenn klinische Informationen nicht dort verfügbar sind, wo sie gebraucht werden, leidet der Workflow – und letztlich auch die Versorgungsqualität.
Ein typisches Beispiel: In einer Praxis oder Ambulanz wird eine Anamnese geführt, parallel werden Vorbefunde gesichtet, anschließend müssen Inhalte in ein anderes System übertragen und später für Arztbriefe oder Berichte erneut zusammengefasst werden. Dieselbe Information wird mehrfach verarbeitet, oft in unterschiedlichen Formaten. Das ist weder nachhaltig noch zukunftsfähig.
Ein wesentlicher Grund für diese Situation ist Vendor Lock-in. Viele bestehende Systeme sind proprietär aufgebaut. Daten und Funktionen sind eng an einen einzelnen Anbieter gebunden. Neue Tools lassen sich nur mit hohem Aufwand integrieren, Schnittstellen sind begrenzt oder teuer, und Innovation wird dadurch ausgebremst.
Das eigentliche Problem ist also nicht nur, dass es viele Systeme gibt. Das Problem ist, dass viele dieser Systeme nicht dafür gebaut wurden, offen zusammenzuarbeiten. Traditionelle EHRs haben Daten über Jahre in starren Silos eingeschlossen, Innovation begrenzt und Ineffizienzen erzeugt; als Gegenmodell ist Better eine offene, modulare Architektur auf Basis von openEHR und FHIR.
Für Gesundheitseinrichtungen hat das direkte Konsequenzen. Wer heute eine neue Anwendung einführen möchte, etwa für Dokumentation, klinische Kommunikation oder Auswertung, stößt oft an technische und wirtschaftliche Grenzen. Statt sich frei die beste Lösung für den jeweiligen Anwendungsfall auswählen zu können, müssen Einrichtungen sich nach den Möglichkeiten der vorhandenen Systemlandschaft richten. Das ist das Gegenteil einer modernen, innovationsfreundlichen Digitalstrategie.
Genau deshalb werden vendor-neutrale Datenplattformen im Gesundheitswesen wie Better immer wichtiger. Ihr Grundprinzip ist einfach, aber wirkungsvoll: Daten und Anwendungen werden voneinander entkoppelt. Statt dass jede Anwendung ihre eigene Datenwelt schafft, gibt es eine gemeinsame, offene Datenbasis, auf die unterschiedliche Tools kontrolliert und standardisiert zugreifen können.
Das hat mehrere Vorteile. Erstens entsteht Flexibilität. Einrichtungen können Anwendungen leichter ergänzen, austauschen oder kombinieren. Zweitens verbessert sich die Zukunftssicherheit, weil Daten nicht in einem proprietären Format eingeschlossen bleiben. Drittens wird Innovation beschleunigt, weil neue Lösungen nicht jedes Mal bei null anfangen müssen, sondern auf einer standardisierten Grundlage aufsetzen können.
Wenn man über vendor-neutrale Plattformen im Gesundheitswesen spricht, kommt man an openEHR nicht vorbei. openEHR ist ein offener Standard für die strukturierte Modellierung und Speicherung klinischer Daten. Besonders wichtig ist dabei, dass medizinische Inhalte nicht nur als Freitext oder isolierte Datensätze vorliegen, sondern in einer Form, die langfristig verständlich, wiederverwendbar und maschinenlesbar bleibt.
Genau das macht openEHR so wertvoll: Es unterstützt eine langfristige, klinisch sinnvolle Datenhaltung. Für Gesundheitseinrichtungen bedeutet das, dass Daten nicht nur für einen einzelnen Prozess oder ein einzelnes Tool erfasst werden, sondern als belastbare Grundlage für viele Anwendungen dienen können – heute und in Zukunft.
Better betont auf seiner Plattform, dass klinisch validierte openEHR- und FHIR-Datenmodelle sofortige Interoperabilität und Compliance unterstützen. In einem weiteren Beitrag unterstreicht Better, dass openEHR und FHIR zusammen ein offenes, interoperables Ökosystem schaffen, in dem Daten langlebig, computergestützt nutzbar und leicht verständlich bleiben.
Man kann es vereinfacht so ausdrücken: openEHR ist die Source of Truth für klinische Daten.
Es geht nicht nur um Datenaustausch, sondern um eine belastbare, fachlich strukturierte klinische Datenbasis.
Während openEHR besonders stark bei der strukturierten klinischen Datenbasis ist, spielt FHIR eine zentrale Rolle bei der Interoperabilität zwischen Systemen. FHIR ist ein Standard für den Austausch von Gesundheitsdaten über moderne, API-basierte Schnittstellen. Er eignet sich besonders gut, um Daten zwischen Anwendungen, Diensten und Plattformen zu übertragen und verfügbar zu machen.
In modernen Gesundheitsarchitekturen übernimmt FHIR damit häufig die Rolle der Kommunikationsschicht. Better beschreibt genau diese komplementäre Rolle von FHIR und openEHR mehrfach: Die kombinierte Nutzung gewinnt an Bedeutung, beide Standards müssen konstruktiv zusammenwirken, und gerade für zukünftige Gesundheitsplattformen ist diese Kombination attraktiv. Better verweist außerdem auf FHIR-basierte Integrationsmöglichkeiten und bidirektionale Kommunikation auf der Plattform.
Kurz gesagt:
FHIR ist der Standard für Interoperabilität.
Er hilft dabei, dass Systeme miteinander sprechen können, ohne dass jede Integration individuell und proprietär gebaut werden muss.
Für uns ist Better deshalb so spannend, weil Better diese Prinzipien nicht nur theoretisch vertritt, sondern praktisch in einer Plattform umsetzt. Better ist ein offene, vendor-neutrale digitale Gesundheitsplattform, aufgebaut auf openEHR und FHIR. Zudem versteht Better den Marketplace nicht als klassischen App Store, sondern als Teil eines wachsenden Ökosystems, in dem Lösungen geteilt, angepasst und weiterentwickelt werden können.
Das ist ein entscheidender Unterschied. Im Gesundheitswesen reicht es nicht, einfach nur mehr Apps bereitzustellen. Entscheidend ist, dass diese Lösungen in bestehende klinische Realitäten passen, sicher mit relevanten Daten arbeiten und sich nachhaltig integrieren lassen. Genau hier entfaltet ein Marketplace auf Basis offener Standards seinen Wert: nicht als Sammlung isolierter Tools, sondern als Ökosystem für interoperable Innovation.
Unsere Partnerschaft mit Better passt deshalb inhaltlich sehr genau zu unserer eigenen Vision bei ClioAssist. Wir glauben an ein Gesundheitswesen, in dem Daten nicht in geschlossenen Silos eingeschlossen sind, sondern kontrolliert, sicher und nutzbar zur Verfügung stehen. Wir glauben an Datensouveränität, Interoperabilität und an die Freiheit von Ärzt:innen und Einrichtungen, die Werkzeuge einzusetzen, die ihren Alltag tatsächlich verbessern.
ClioAssist ist heute im Better Marketplace vertreten. Für uns ist das mehr als Sichtbarkeit auf einer Plattform. Es ist ein Signal, dass sich eine neue Art von Gesundheits-IT durchsetzt: offen statt geschlossen, modular statt monolithisch, integrationsfähig statt isoliert. Diese Entwicklung ist gerade für Einrichtungen in Deutschland wichtig, weil hier Datenschutz, Datenkontrolle und langfristige Systementscheidungen eine besonders große Rolle spielen.
ClioAssist hilft medizinischen Teams, Dokumentation neu zu denken: weniger manuelle Schreibarbeit, weniger doppelte Erfassung, mehr Zeit für Patient:innen. Unsere KI-gestützte Anamnese und Dokumentation unterstützt bei der strukturierten Erfassung medizinisch relevanter Informationen und bei der automatisierten Erstellung sämtlicher wichtiger Dokumente im Behandlungsalltag – von Anamnesen und Arztbriefen über Befundberichte, Verlaufsdokumentationen und Entlassbriefe bis hin zu weiteren medizinischen Schreiben. Gespräche, Notizen, Vorbefunde und vorhandene Dokumente werden intelligent zusammengeführt, inhaltlich strukturiert und in nutzbare Ergebnisse überführt. So wird KI nicht zu einem zusätzlichen Arbeitsschritt, sondern zu einer echten Entlastung im klinischen Workflow.
Dafür ist Interoperabilität entscheidend. ClioAssist unterstützt FHIR. Das ist für uns ein wichtiger Baustein, um mit vorhandenen digitalen Umgebungen kompatibel zu sein und Informationen standardisiert einbinden oder bereitstellen zu können. Gerade in heterogenen IT-Landschaften im Gesundheitswesen ist das essenziell. Wenn Daten zwischen Systemen ausgetauscht werden können, ohne dass alles doppelt dokumentiert oder manuell übertragen werden muss, wird KI im Alltag überhaupt erst sinnvoll einsetzbar.
Deshalb passt ClioAssist so gut in ein Ökosystem wie Better: Better schafft die offene, standardbasierte Grundlage; ClioAssist hilft dabei, diese Daten im klinischen Alltag nutzbar zu machen, etwa für effizientere Dokumentation und bessere Arbeitsabläufe.
Für Ärzt:innen und medizinische Teams ist die strategische Debatte um Plattformen, Standards und Interoperabilität kein Selbstzweck. Am Ende geht es um eine sehr konkrete Frage: Macht Technologie die Arbeit leichter – oder komplizierter?
Wir sind überzeugt: Ärzt:innen sollten die Freiheit haben, die Tools zu wählen, die ihnen wirklich helfen. Nicht die Tools, die zufällig mit einem bestimmten Bestandssystem kompatibel sind oder vom Hersteller vorgesehen wurden. Wenn Gesundheitsdaten auf einer offenen, vendor-neutralen Plattform liegen und über Standards wie openEHR und FHIR zugänglich sind, entsteht genau diese Freiheit.
Das bedeutet in der Praxis:
weniger doppelte Dokumentation, weniger Medienbrüche, bessere Verfügbarkeit relevanter Informationen und mehr Spielraum, innovative Anwendungen in bestehende Workflows einzubinden. Und es bedeutet vor allem: mehr Zeit für Patient:innen.
Die Zukunft der Gesundheits-IT wird aus unserer Sicht nicht in immer größeren Monolithen liegen. Sie wird in modularen, interoperablen Ökosystemen liegen. Plattformen schaffen die gemeinsame Datenbasis. Standards schaffen Verständigung zwischen Systemen. Anwendungen schaffen Mehrwert für konkrete Anwendungsfälle. Genau dieses Zusammenspiel wird entscheidend sein.
Better beschreibt diese Richtung ebenfalls klar: offene, vendor-neutrale Daten werden zunehmend nicht nur als technischer Wunsch, sondern als strategische und politische Notwendigkeit gesehen. openEHR und FHIR entwickeln sich gemeinsam zu zentralen Bausteinen zukünftiger Gesundheitsarchitekturen.
Wir teilen diese Vision. Für uns ist die Partnerschaft mit Better deshalb mehr als eine technische Integration. Sie ist Ausdruck einer gemeinsamen Vorstellung davon, wie zukünftige Gesundheitsversorgung digital unterstützt werden sollte: offen, sicher, interoperabel und so gestaltet, dass medizinische Teams tatsächlich entlastet werden.
Das Gesundheitswesen braucht keine weitere Generation geschlossener Systeme. Es braucht offene Plattformen, interoperable Standards und digitale Werkzeuge, die sich in echte klinische Abläufe einfügen. Vendor-neutrale Datenplattformen im Gesundheitswesen sind dafür eine zentrale Voraussetzung. openEHR schafft die belastbare Grundlage für strukturierte klinische Daten. FHIR schafft die notwendige Kommunikations- und Integrationsschicht. Better bringt beides in einer offenen Plattform zusammen. Und ClioAssist ergänzt diese Grundlage mit KI-gestützter medizinischer Dokumentation, die sich in interoperable Umgebungen einfügen kann.
Wir freuen uns deshalb sehr über die Partnerschaft mit Better und darüber, Teil dieses wachsenden Ökosystems zu sein.
Mehr erfahren:
ClioAssist im Better Marketplace: https://marketplace.better.care/Apps/clioassist-2
Better Marketplace: https://marketplace.better.care/